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Starfighter F-104

   Geschichte und Technik.

 Die Bundesrepublik Deutschland suchte ein überschallschnelles Mehrzweck-Kampfflugzeug, um die Luftwaffe auszurüsten und eine nationale Luftfahrzeugindustrie aufzubauen.  Im März 1959 unterzeichnete die Bundesrepublik Deutschland einen Vertrag zur Entwicklung und Lizenzfertigung eines Flugzeuges, das Lockheed den “Super Starfighter” nannte.

Bei Produktionsende im Jahre 1979 war der Starfighter das meistverbreitete Mach-2-Jagdflugzeug des Westens. Hersteller in sieben Ländern hatten insgesamt 2578 Starfighter gebaut. Wegen der hohen g-Belastung, die mit den neuen Tiefflugrollen: “Gegenangriff mit nuklearen Mitteln” und “Bekämpfung von Bodenzielen verbunden war, erhielt die F-104G (“G” für Germany) eine fast völlig neukonstruierte Zelle und das J79-GE 11A Nachbrenner Triebwerk. Die wichtigste Änderung aber bestand in der verfeinerten Avionikausrüstung.

Lockheed F-104

Dazu gehörten das F-15A NASARR mit Betriebsarten für Luft-Luft und Luft-Boden, ein Positions- und Peilanzeiger zur automatischen Koppelnavigation (PHI-4A) und vor allem die LN-3 (Liton Navigation) Trägheitsnavigationsanlage, das erste operationelle System dieser Art an Bord eines Luftfahrzeuges.

Um das Problem der Abhängigkeit von gut ausgebauten, langen Start- und Landebahnen zu lösen, zogen die Luftwaffe und Lockheed das kombinierte ZELL/SATS-Programm auf.  

Bei einem ZELL-Start (ZEro-Length Launch-Nullängenstart) wurde die F-104 unter dem Sammelantrieb einer aufgesattelten Feststoffrakete mit 54,431 kg Schub und des J79-GE-11A von einer schrägen Rampe in die Luft katapultiert. Die Kurzstreckenlandung erfolgte auf einer Behelfspiste mit Notfanganlage (SATS - Short Airfield for Tactical Support).

ZEro-Length Launch

Technisch war diese Lösung zwar einwandfrei, aber von den Kosten und logistischen Problemen her nicht akzeptierbar.

Diese Afnahme einer F-104G läßt ahnen, warum der Starfighter mit “bemannte Rakete” tituliert wurde.Man erkennt ferner das komplexe, gedrungene Fahrwerk, das in den Rumpf eingezog.

F-104G
Aufklärer Geschwader 51

Das Aufklärer Geschwader 51

 setzte die Version RF-104G ein, die taktische Aufklärerversion mit drei KS-67A Luftbildkameras im Vorderrumpf, unmittelbar hinter dem Bugradschacht. Die Bordkanone 20mm M61 “Vulkan” wurde ausgebaut.

F-104G

Zur Luftfahrzeugführer-Ausbildung wurde die zweisitzige Version TF-104G eingesetzt, ebenfalls ohne Bordkanone, ansonsten jedoch voll kampftauglich.

Das Jagdbomber Geschwader 33 (JaboG-33 Büchel) flog die Version F-104G, ab August 1962, mit der Bordkanone 20mm M61 “Vulkan”, mit 750 Schuß und zugelassen für 1814 kg Waffen an den Außenlastenträgern. Das JaboG 33 wurde direkt der NATO unterstellt und vefügte zur Zeit des “Kalten Krieges” über mehrere mit Atomwaffen bestückte Starfighter (unter amerikanischer Verwaltung) in der QRA (Quick Reaktion Alert).

JaboG-33 Büchel

Leistungsdaten:          Starfighter F-104

Höchstgeschwindigkeit in 10.970 m Höhe

= Mach 2.2 oder 2338 km/h

Höchstgeschwindigkeit in Meereshöhe

= Mach 1.2 oder 1469 km/h

Dienstgipfelhöhe

= 17.680 m

Reichweite mit maximaler Betankung

= 2920 km

Reichweite mit maximaler Internbetankung

= 1245 km

Steigzeit auf 10.670 m

= 1 min, 20 sek.

g-Belastbarkeit

= + 5.9

Startstrecke mit 2 AIM-7 Sparrow

= 823 m

Als erster Verband der Luftwaffe und sogar als erster Verband der Welt erreichte das Jabo Geschwader 33 im April 1982, 200.000 Flugstunden auf F-104 G STARFIGHTER. Am 25. September 1984 wurde Oberst Helmut Borchers achter Kommodore des Jagdbombergeschwaders 33. Nach 23jährigem Einsatz mit insgesamt 231.000 Flugstunden, was weltweit Geschwaderrekord bedeutet, ging am 30. Mai 1985 auch im Jagdbombergeschwader 33, mit einem feierlichen Geschwaderappell, die Ära des STARFIGHTER F-104 G zu Ende.

Die Umrüstungsmaßnahmen auf das Waffensystem TORNADO liefen auf Hochtouren, als der Kommodore am 2. September 1985 das erste Einsatzflugzeug TORNADO des JaboG 33 auf den Fliegerhorst Büchel überführte.

 

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